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15.08.2022: Tierhaltung bedeutet Verantwortung übernehmen

Der Bundesrat hat eine Anpassung der tierärztlichen Gebührenordnung beschlossen, die im November 2022 in Kraft treten wird. Auf die TierhalterInnen in Deutschland kommen daher höhere Behandlungskosten zu. Aus diesem Grund appelliert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN an alle potenziellen Neu-BesitzerInnen, die Anschaffung eines tierischen Familienmitglieds gut zu kalkulieren. Die gobale Stiftung warnt zudem erneut davor, Hunde oder Katzen von illegalen Händlern im Internet zu kaufen. Denn diese stammen meist aus sogenannten Welpenfabriken, sind teils schwerkrank und könnten ihr Leben lang auf eine kostenintensive, tiermedizinische Betreuung angewiesen sein, wie Karina Omelyanovskaya, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN, betont. „Die neue Gebührenordnung für Tierärzte wird die Behandlungskosten in vielen Praxen in die Höhe treiben. Schon die Einführung der Notdienstgebühr in Höhe von fast 60 Euro brutto im Januar 2021 machte den
Gang zum Tierarzt für viele zu einer finanziellen Herausforderung. Das ein oder andere Tier hat dies sicher bereits mit seinem Leben bezahlt – nur weil Halterinnen und Halter wegen der hohen Kosten zu lange warten. Ich als Tierärztin bin über jeden verantwortungsvollen Menschen froh, der im Zweifelsfall mit seinem Tier vorbeikommt: Lieber dreimal zu viel als einmal zu wenig geschaut. Besonders, wenn der Welpe aus illegalem Handel stammt und manchmal jede Minute zählt“, sagt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies. Wie Tönnies berichtet, kommen immer wieder HalterInnen mit Welpen aus illegalem Handel in ihre Praxis, die mit Giardien, Parvovirose oder anderen Viruserkrankungen infiziert sind. „Bis ein kranker Welpe aus illegalem Handel rundum gesund und stabil ist, braucht es häufig viele Behandlungstermine. Manche werden nie richtig gesund. Lebenslange Schondiäten für den geschädigten Darm oder fachliche Beratungen bei Verhaltensstörungen gehen dauerhaft ins Geld“, sagt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies.

Fachkräftemangel

Was muss aus Ihrer Sicht geschehen, damit der Fachkräftemangel nicht zu einer Versorgungskrise bei Haus- und Nutztieren in einigen Regionen führt?

Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes
Andere Zulassungsbedingungen zum Studium
Gehälteranpassung
Mehr Studienplätze schaffen
Weitere Vetmed-Fakultät notwendig
Mehr Privatunis notwendig
Steigerung der Studienplätze durch Kombination von Präsenz- und Online-Uni (Duales Studium)
Verkürzung der Studienzeit durch eingeschränkte Approbation
Erleichterte Anerkennung der Approbation für TierärztInnen aus Drittländern vereinfachen