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30.07.2021: Bayern rüstet bei ASP-Schutzzäunen auf

Wegen der steigenden Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat Bayern seine Schutzmaßnahmen erhöht. Zusätzlich zu den schon bestehenden Schutzzäunen auf einer Gesamtlänge von mehr als 500 Kilometern entlang der Bundesautobahnen im Gebiet der Grenze zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik hat das Land mehrere hundert Kilometer neue Schutzzäune erworben. „Die neuen Zäune ergänzen unsere umfangreichen Präventionsmaßnahmen in bestmöglicher Weise", erklärte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. Die Landkreise und kreisfreien Städten haben rund 300.000 Euro in die neuen Zäune investiert. Der Großteil des Zaunmaterials wird im zentralen Tierseuchenlager des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gelagert,
die übrigen Zäune dezentral in Bayern verteilt. Mitte Juli 2021 sind ASP-Ausbrüche in drei Hausschweinebetrieben in Brandenburg gemeldet worden. Betroffen waren neben einem Bio-Betrieb mit 200 Schweinen auch zwei Kleinstbetriebe. Aus diesem Anlass hat auch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium erneut Nutztierhalter gemahnt, die Biosicherheitsmaßnahmen streng einzuhalten. Auch Kleinsthaltungen sollten bei den Kontrollen durch die Landkreise berücksichtigt werden. Ziel sei es, etwaige Missstände bei der Biosicherheit auszuräumen und die Halter von Schweinen für die gebotenen Hygienemaßnahmen zu sensibilisieren. Die getroffenen Regelungen der Schweinehaltungshygieneverordnung gelten für alle Betriebe, die Schweine zu Zucht- oder Mastzwecken halten.

30.07.2021: Vorsicht vor Blaualgen im Schweizer Aabachdelta

HundehalterInnen in der Region St. Gallen von Aabachdelta sollten ihre Tiere von Seeufern fernhalten, da die Gefahr einer Vergiftung droht. Bei einer Wasserprobe aus einer Pfütze im Aabachdelta wurde ein gefährliches, von Blaualgen produziertes Toxin gefunden. Das Ergebnis war überraschend, da weder Bildaufnahmen der Region einen Hinweis auf
Blaualgen ergaben noch die herrschenden Wetterverhältnisse ein Wachstum der Bakterien begünstigten. Je nach Giftart zeigen Hunde bei einer Blaualgen-Vergiftung Symptome wie Krampfanfälle, Kreislaufprobleme oder Durchfall. Bis zur Neubeurteilung der Situation im Aabachdelta durch die Behörden innerhalb der nächsten Wochen sollte die Region daher von HundehalterInnen besser gemieden werden.

30.07.2021: Antibiotikaverbrauch in der Schweiz weitere rückläufig

In der Schweiz ist der Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin weiter rückläufig. Berechnungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ergaben, dass sich die angewendeten Antibiotikamengen innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als halbiert haben. Auch in 2020 sank die Gesamtmenge von Antibiotika um rund 4 Prozent. Auch der Verkauf der kritischen Antibiotikaklassen, der sogenannten Reserveantibiotika, ging um neun Prozent zurück. Mit Hilfe des im Jahr 2019 neu eingeführten Informationssystems Antibiotikaverbrauch (IS ABV) können alle verschriebenen Antibiotika erfasst werden. Auch wenn die vertriebenen Antibiotikamengen rückläufig sind, ist die Gefahr durch Resistenzen durch den
unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika weiterhin hoch, so das BLV. Denn die Gesamtmenge der vertriebenen Antibiotika lässt keine Aussagen darüber zu, wie diese tatsächlich eingesetzt werden. Die kontinuierliche Abnahme des Antibiotikavertriebs jedoch weist auf eine hohe Sensibilisierung der Tierärzteschaft und Tierhaltenden hin. Auf dem Fortbildungs- und Weiterbildungsportal Myvetlearn.de finden Tierärztinnen und Tierärzte verschiedene Online- Fortbildungen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung. Neben Modulen zu Klauenerkrankungen und Mastitis bei Rindern sowie Infektionskrankheiten des Respirations- und Gastrointestinaltrakts bei Schweinen befassen sich zudem drei Module mit Infektionskrankheiten von Mastputen, Legehennen und Masthähnchen.

30.07.2021: Invasive Arten verursachen Schäden in Milliardenhöhe

Durch Tourismus, Klimaerwärmung, Handel und Verkehr kommen immer mehr invasive Tier- und Pflanzenarten nach Deutschland. Diese nicht-heimischen Arten verursachen jährlich Schäden in enormem Ausmaß. Die Wanderratte, das Beifußblättrige Traubenkraut Ambrosia artemisiifolia, das Wildkaninchen sowie der Asiatische Eschenprachtkäfer und die Plattwurmart Gyrodactylus salaris gehören zu den Arten, die als Bioinvasoren die größten Kosten in Europa verursachen. WissenschaftlerInnen des Senckenberg Instituts haben zusammen mit weiteren internationalen ForscherInnen erstmalig die Kosten und Schäden, die während der vergangenen 60 Jahre durch invasive Arten in Deutschland und Europa entstanden sind, berechnet. Die Gesamtkosten beliefen sich zwischen 1960 und 2020 auf 116,61 Milliarden Euro. „Allein die Wanderratte hat im europäischen Raum innerhalb von 60 Jahren Kosten von etwa 5,5 Milliarden Euro verschuldet“, erläutert Dr. Phillip J. Haubrock von der Außenstelle Gelnhausen am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Schäden in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro sind allein in Deutschland durch die nicht-heimischen Arten entstanden. „Deutschland betreibt in seiner zentralen Lage
beispielsweise einen intensiven Warenverkehr mit anderen Staaten, der sicherlich einer der Hauptursachen für die Verbreitung und Einführung gebietsfremder Arten ist“, so Haubrock weiter. Die ExpertInnen vermuten, dass die wirklichen Kosten um ein Vielfaches höher liegen, da viele invasive Arten, wie beispielsweise der Amerikanische Waschbär, nicht in den Analysen enthalten sind. „Nicht alle invasiven Arten verursachen wirtschaftliche Schäden, aber die entstehenden Kosten werden vermutlich extrem unterschätzt und liegen wohl um ein Vielfaches höher. Die Invasionsraten steigen weiter und wir müssen davon ausgehen, dass auch die wirtschaftlichen Kosten diesem Trend folgen. Um die wachsenden wirtschaftlichen und ökologischen Probleme invasiver Arten auf regionaler oder Länderebene anzugehen, müssen Erhebung, Berichterstattung und Bewertung der Schäden erheblich verbessert werden. Managementbudgets und Gegenmaßnahmen werden oft auf Regierungsebene festgelegt, und so ist die Quantifizierung der Kosten auf nationaler Ebene der entscheidende erste Schritt. Doch in unserer globalisierten und zunehmend vernetzten Welt wird die Verhinderung und Eindämmung von Schäden nur im internationalen Gleichschritt gelingen“, schließt der Gelnhausener Biologe.

29.07.2021: Studie testet Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden

Hunde sind mit ihrem ausgeprägten Geruchsinn in der Lage, unter anderem mit Sars-CoV-2-infizierte Personen zu erschnüffeln. Wie Studien der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ergeben haben, können die Vierbeiner anhand von Speichel-, Schweiß oder Urinproben Nicht-Infizierte von Infizierten unterscheiden, und das mit einer 94-prozentigen Detektionsrate. Nun hat die TiHo für ihr Projekt „Back to Culture“ Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur erhalten. „Die Studie könnte ein Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler und Veranstalter werden“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Die Tierärztliche Hochschule leistet mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag dazu, Großveranstaltungen sicherer zu machen.“ Durch das Projekt soll geprüft werden, ob sich die Corona-Spürhunde auch
für einen Einsatz auf Großveranstaltungen eignen. „Sollten Hunde ihre Treffsicherheit auch in dieser Studie unter Beweis stellen, böte ihr Einsatz die Möglichkeit, das Infektionsrisiko bei großen Konzerten oder Festen zu minimieren“, so Thümler. „Ein Vorteil am Rande ist – Hunde treffen ihre Entscheidung innerhalb von Sekunden und sind damit sehr viel schneller als die Antigen-Schnelltests.“ Geplant sind Einsätze der Spürnasen auf vier Konzerten unter unterschiedlichen Bedingungen. „Das Projekt zeigt die große Bandbreite der Aktivitäten der TiHo im Kampf gegen die Corona-Pandemie – von der Impfstoffentwicklung über Forschung an Wirkstoffen zur Behandlung von COVID-19 bis zur Diagnostik mit Hunden“, erklärt TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif. Vetion.de hat mit Prof. Dr. Holger Volk, dem Leiter der Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover, ein Interview über die Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden geführt.

Hinweis

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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Praxis

Wie hat sich die Pandemie bei Ihnen in der Praxis zusammengefasst bemerkbar gemacht?

Die Zahl der Neukunden ist merklich angestiegen.
Die Bereitschaft, zum Tierarzt zu gehen, hat zugenommen.
Ich konnte eine Zunahme an Routine- und Vorsorgeuntersuchungen verzeichnen.
Die Tierhalter haben noch mehr über die Preise diskutiert.
Es war eine große Zurückhaltung der Tierhalter spürbar, da sie ihre Tiere nicht ins Behandlungszimmer begleiten durften.
Bei mir hat sich durch Corona nichts verändert.