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16.05.2022: Legehennenhalter zunehmend unter Druck

Legehennenhalter machen aktuell eine schwere Zeit durch. Zu dem Anfang 2022 in Kraft getretenen Verbot des Kükentötens kommen Probleme, die durch steigende Kosten bei niedrigen Eierpreisen verursacht werden. Hinzu kommt der Wunsch nach mehr Tierwohl, der wegen notwendiger Umbauten zu zusätzlichen Kosten führt. Kosten, die die Betriebe massiv unter Druck setzen, wie beim „Fachgespräch Legehenne“ der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen deutlich wurde. Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich zunehmends, so Uwe Bintz, betriebswirtschaftlicher Berater der LWK mitteilt. Höhere Baukosten, höhere Zinsen, teurere Junghennen und exorbitant steigende Futtermittelpreise: Gerade für NeueinsteigerInnen sei es deutlich schwieriger geworden, in der Legehennen-Haltung eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu erzielen: „Je nach Haltungsform müssten die Erzeugerpreise für Eier um 1,5 Cent bis 3 Cent pro Stück steigen, damit sich die Investitionen und der
Betrieb rechnen, aber dies gibt der Eiermarkt zurzeit nicht her“, berichtete Bintz. Trotz der steigenden Kosten sollten die HalterInnen weiter an der Verbesserung des Tierwohls arbeiten, wie die LWK-Beraterin für Geflügelhaltung, Neele Ahlers, empfiehlt. „Wer die Bedürfnisse der Tiere stärker in den Mittelpunkt stellen will, sollte ihnen mehr Platz zur freien Ausübung ihres Verhaltens zur Verfügung stellen, Küken frühzeitig den Zugang zum Scharrbereich ermöglichen und auch in konventioneller Haltung über Außenklimabereiche nachdenken“, so Ahlers. Die weniger wirtschaftliche Brudermast, die aus dem Verbot des Kükentötens vermehrt durchgeführt wird, könne nur als Übergangslösung dienen, so LWK-Expertin Karen Schemmann. Denn die Legehennen-Brüder wachsen bei gleichzeitig hohem Futterverbrauch langsamer und haben ein geringeres Lebendgewicht. Zudem sei die Ökobilanz dieser Tiere wesentlich ungünstiger als bei den reinen Mastherkünften, so die Expertin abschließend.

GOT-Anpassung

Was halten Sie von der Entscheidung, dass die GOT zum Oktober 2022 angepasst wird?

Endlich! Ein längst überfälliger Schritt.
Ich hätte mir eine deutlichere Steigerung gewünscht. Durch die Inflation bleibt trotzdem nicht mehr hängen.
Die geltende GOT wird ja schon häufig nicht korrekt angewendet. Durch die Novelle dürften die Verstöße deutlich zunehmen.
Ich hätte lieber die geltende behalten und auf den Shitstorm der Tierhalter verzichtet.
Ich freue mich, habe aber Sorge vor der Reaktion der Tierhalter.
Ich halte dir Anpassung für nicht gerechtfertigt. Viele Tierhalter können sich das nicht leisten und das Leid der Tiere nimmt dadurch zu.
Ich freue mich und sehe der Reaktion der Tierhalter gelassen entgegen. Es kommt auf die Argumentation an.