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15.10.2021: Crowdbutching für die Ganztiernutzung

Die Nose-to-Tail-Küche ist eine Art des Kochens, bei der möglichst alle Teile eines geschlachteten Tieres verwertet werden. Ein Trend, der immer mehr Fans findet. In Deutschland ist diese traditionelle Fertigkeit allerdings in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, da die KonsumentInnen lieber Schnitzel oder Steaks anstatt beispielsweise Innereien auf ihrem Teller haben möchten. „Wurde früher auf einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einer Schlachterei ein Tier zerlegt, wurden selbstverständlich nicht nur die Edelteile wie Filet, Kotelett, Braten, sondern alle anderen Teile einschließlich der Innereien für die Ernährung genutzt. Heute essen wir am liebsten nur die Edelteile von Rind, Schwein und Hähnchen“, erklärt Landvolk-Vizepräsident und Schweinehalter Jörn Ehlers. Doch Starköche, Kochshows, ein verstärkter Klima- und Tierschutzgedanke, das Internet und letztendlich auch die Corona- Pandemie haben für ein gesellschaftliches Umdenken gesorgt. Auch der regionale Bezug von Lebensmitteln durch Internetplattformen nimmt zu. Beim sogenannten
Crowdbutching wird Crowdfunding und Butching kombiniert: Die Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligen sich nicht an einem Betrieb, sondern an einem einzelnen Tier. Erst wenn es komplett verkauft ist, wird es geschlachtet, sodass Crowdbutching die konsequent direkte Form der Ganztiernutzung ist. Das Tier wird komplett vermarktet und kommt von der Landwirtin oder dem Landwirt via Internet und Paketzustellung direkt zum Kunden ins Haus – oder aber alternativ per Vor-Ort-Abholung. Auf diese Weise haben die VerbraucherInnen auch die Möglichkeit, ihren Landwirtin der Region sowie dessen Produkte und Tiere persönlich kennen zu lernen. Immer mehr LandwirtInnen steigen in diese Form der Direktvermarktung ein. Elke Sandvoß von der Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter empfiehlt jedoch, dass sich NeueinsteigerInnen vorher umfassend beraten lassen, da viele rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. „Das reicht von Hygieneregeln über das Verpackungsgesetz bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Bestimmungen“, warnt sie.

IBR in Tirol 01.12.2021

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