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Geschichten aus der Praxis

Mein Traum Nutztierpraxis

Schon zu Schulzeiten und später in den Semesterferien verbrachte ich jede freie Minute in einer Tierarztpraxis auf dem Land, zwischen Kühen, Schweinen, Pferden und Kleintieren. Der Tierarzt versuchte mir jahrelang, diesen Berufswunsch auszureden und von den Bauern musste ich mir mehrfach anhören, ich sei ja vielleicht doch ein bisschen klein (1,61m) und nicht kräftig genug. Trotzdem habe ich meinen Traum verwirklicht und bin seit 3 Jahren Assistentin in einer Gemischtpraxis in Baden- Württemberg. Genau so habe ich es mit vorgestellt! Morgens und ab 16Uhr geht es zu den Bauern, zwischen halb 3 und 16Uhr kommen Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Schlangen, Agamen usw. Aber ich liebe die Arbeit im Kuhstall am meisten! Meine Größe und Kraft sind ganz ganz selten ein Problem, die meisten Dinge brauchen keine Kraft sondern nur die richtige Technik! Z.B. war ich bei einer Geburt, bei der der Bauer eine gute halben Stunde erfolglos versucht hatte, das rückwärts und auf dem Rücken liegende Kalb herauszubekommen. Als ich kam wurde ich leicht belächelt und musste mir die etwas spitze Bemerkung anhören : „Jetzt bin ich aber `mal gespannt wie Sie das schaffen wollen, ich habe schon eine gute halbe Stunde probiert, das Kalb zu drehen!“ Es dauerte keine 3 Minuten, und mit der richtigen Technik (einfach etwas zurückschieben und die Hinterbeine gegeneinander drehen) war das Kalb draußen und der Bauer sprachlos. Keine Ahnung, wie er es probiert hatte, auf jeden Fall so nicht! Verdrehte Kälber haben mir am Anfang immer Schwierigkeiten gemacht, mit einer Torsionsgabel jedoch brauche ich seither nie wieder einen „starken Mann“. Man darf nie aufgeben, es gibt immer einen Weg, und die Arbeit in der Nutztierpraxis ist jeden Tag eine wunderschöne Herausforderung. Aber man kann nicht früh genug anfangen, bei einem Praktiker mitzufahren und praktische Erfahrungen zu sammeln! Und man darf keine blauen Flecken, Kratzer, Schmerzen, keinen Gestank und Dreck scheuen....Selbst wenn ich 13 Stunden gearbeitet habe und abends stinkend, dreckig und voller blauer Flecken nach Hause komme, dann bin ich trotzdem glücklich und zufrieden! Der Job ist hart und geht immer wieder an meine körperlichen Grenzen, aber ich würde es immer wieder genau so machen!

Autor: Christina Euler

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