Nachrichten: Weidetiere können Waldbrände mindern

20.09.2022

Die enorme Hitze und Dürre in fast ganz Europa hat in diesem Jahr zu einem traurigen Rekord geführt: mehr als 660.000 Hektar Fläche sind in diesem Sommer verbrannt, wie aus den Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) hervorgeht. Auch abseits der Mittelmeerländer wüteten so viele Brände wie nie zuvor. Weidetiere können die Gefahr von Waldbränden erheblich verringern. Indem diese trockenes Gras, Sträucher und Rinde fressen, könnten Ziegen, Schafe, Pferde und andere Pflanzenfresser dabei helfen, die Brandgefahr in trockenen Sommern zu verringern, wie eine aktuelle Studie der Universitäten Leipzig, Wageningen, Porto und Lissabon ergab. „Große Pflanzenfresser sind in der Lage, die Brandgefahr in der Landschaft teils erheblich zu verringern“, sagt Guy Pe'er vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie Mitautor der Studie „Effects of large herbivores on fire regimes and wildfire mitigation“. Die WissenschaftlerInnen konnten mit ihren Untersuchungen belegen, dass Weidetiere grundsätzlich die Feuergefahr verringern. Auch die meisten anderen Untersuchungen betonen den positiven Effekt der Pflanzenfresser, allerdings in Abhängigkeit von den konkreten Bedingungen vor Ort: Ob es wirklich seltener brennt, hängt von der Jahreszeit ab, der vorhandenen Vegetation und dem Management der Beweidung. „Es geht vor allem darum, die vorhandene pflanzliche Biomasse zu reduzieren“, sagt der Öokologe, der betont, dass die Weidetiere gemäß ihren Futtervorlieben eingesetzt werden müssten. Lässt man verschiedene Tierarten ein Gebiet beweiden, bilden sich mit der Zeit mosaikartige Landschaften. Die Tiere nutzen bestimmte Bereiche und meiden andere, so dass eine Landschaft entsteht, in der sich Wälder, Gehölzinseln und offene Flächen abwechseln. Brände können dort zwar immer noch entstehen. Aber sie können sich nicht so verheerend ausbreiten wie in einer Monokultur oder einer flächig verbuschten Gegend. Pe'er fordert von der EU, die Förderpolitik entsprechend anzupassen. In der im Jahr 2021 von den Mitgliedsländern neu beschlossenen Gemeinsamen Agrarpolitik gibt es nach wie vor eine Flächenprämie, was bedeutet, dass ein Bauer für jeden Hektar einen definierten Geldbetrag erhält– unabhängig davon, wie er die Fläche bewirtschaftet. „Für kleine, traditionell arbeitende Betriebe mit Weidetieren ist das eine echte Benachteiligung: Weil ihre Flächen klein sind, bekommen sie wenig Geld. „Für viele Betriebe und Hirten rechnet sich die Arbeit mit den Tieren kaum noch“, so Pe'er.
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