Nachrichten: Energiekrise führt zu unsicherer Versorgungslage

13.09.2022

Die Energiekrise könnte in der nächsten Zeit auch die Versorgung mit Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland gefährden. Darauf machte der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) im Rahmen seiner Jahrestagung mit dem Bundesverband Deutscher Wurst- und Schinkenproduzenten (BVWS) aufmerksam. Neben der unsicheren Energieversorgung beklagen die Verbände besonders die mangelnde Unterstützung durch die Regierung. Noch immer gebe es Unklarheiten darüber, wie Gas im Falle einer Mangellage zugeteilt werden würde. „Die deutsche Fleischwirtschaft hat in den Jahren der Corona-Pandemie die Bevölkerung verlässlich mit hochwertigem Fleisch und Fleischerzeugnissen beliefert. Die Versorgungssicherheit wird jetzt jedoch durch die Energiekrise und die mangelnde Unterstützung der Regierung beim Umbau der Tierhaltung gefährdet“, beklagt Dr. Heike Harstick, Geschäftsführerin des Verbandes der Fleischwirtschaft e. V. (VDF). Zusätzlich zu den hohen Futterpreisen und der fehlenden Planungssicherheit seien die Schweinehaltungsbetriebe von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen. Die verhängten Importverbote in Drittländer führten dazu, dass die wirtschaftliche Vermarktung und nachhaltige Verwendung des gesamten Tierkörpers für die Schlachtbetriebe nicht mehr wie zuvor möglich sei und deshalb zu spürbaren Ertragseinbußen führe, so der VDF. „Es ist vor diesem Hintergrund fraglich, ob die Versorgung mit heimischem Schweinefleisch weiter sichergestellt werden kann. Bereits heute betragen die Einfuhren mehr als ein Viertel der Verbrauchsmenge“, sagt die VDF-Geschäftsführerin Heike Harstick. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die Produktion von Rohwurst, Kochwurst und Brühwurst im letzten Jahr um knapp neun Prozent gesunken. Die VerbraucherInnen müssen sich in Deutschland zudem auf ebenfalls weiter steigende Preise bei Milch und Milchprodukten gefasst machen. Am deutschen Spotmarkt scheint Rohmilch immer knapper zu werden. Der Grund dafür ist ein drastischer Rückgang der Milchanlieferung. Die Unsicherheit bei der Energieversorgung und den zukünftigen Kosten für die Milchwirtschaft besteht nach wie vor, sagt auch die süddeutsche Butter- und Käsebörse in ihrem Wochenbericht.
VDF
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