Nachrichten: Sachsen fordert Neubewertung der ASP-Maßnahmen

12.09.2022

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) war zentrales Thema eines Arbeitsbesuches von Sachsens Staatsministerin Petra Köpping bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Zusammen mit Sebastian Vogel, Staatssekretär und Leiter des Krisenstabs für die ASP- Bekämpfung, warb Köpping für eine Entkopplung der Regelungen für die Verwertung von Hausschweinen. Denn die derzeit gültigen Regelungen schreiben laut EU-Vorgaben automatisch Einschränkungen für die Verwertung vor, sobald ein Betrieb in einer von den Behörden festgelegten Sperrzone liegt. „Das hohe Niveau an Biosicherheit in den schweinehaltenden Betrieben und unsere auch finanziell sehr aufwändigen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung haben bisher verhindert, dass das ASP-Virus auf Hausschweinebestände übertragen wurde. Das ist ein großer Erfolg. Trotzdem sind viele der Betriebe in ihrer Existenz bedroht, weil sie ihre Produkte nur noch mit großen Aufwand und mit starken Preisnachlässen vermarkten können. Auch dies müssen wir bei der ASP-Bekämpfung im Blick haben. Deshalb werben wir für eine Neubewertung der Maßnahmen“, erklärt die Staatsministerin. „Wir würden uns bei der ASP-Bekämpfung gern an den Maßnahmen zur Tilgung der Geflügelpest orientieren", erklärte Staatssekretär Sebastian Vogel und ergänzt: „Dabei ist es den örtlichen Behörden überlassen, wann sie im Falle der Feststellung bei Wildvögeln und auf Basis einer entsprechenden Risikobewertung Restriktionszonen und Beschränkungen für Tierhalter erlassen. Den Geflügelhaltern bietet diese Vorgehensweise auch einen guten Schutz vor einem Eintrag der Seuche. Nach geltendem EU-Recht könnte die ASP-Bekämpfung immer schwerer organisierbar werden und immer mehr Tierhalter in wirtschaftliche Nöte bringen. Deshalb werben wir für einen neuen Umgang mit der Tierseuche."
Ministerium Sachsen
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