Nachrichten: Wolfsschutz durch Hunde positiv beurteilt

22.07.2022

Die wachsende Zahl der Wolfsrudel und die Zunahme der Risse von Weidetieren sorgt für hitzige Diskussionen zwischen TierschützerInnen und TierhalterInnen. Gemäß einer aktuellen Studie der Schweizer Landwirtschaftszentrale Agridea funktioniert der Schutz der Herden durch Hunde jedoch gut. Die Untersuchung ergab, dass bei Rissen von mehr als drei oder mehr Weidetieren meist die Vorgaben nicht eingehalten wurden. So waren die Herden entweder zu weiträumig verteilt, die Zahl der Hunde zu gering oder die Arbeit der Hirten nicht professionell genug. Auch schlechtes Wetter, etwa Nebel, könnten sich negativ auf die Arbeit der Herdenschutzhunde ausgewirkt haben, so die Einschätzung von Agridea. Allerdings waren nur auf jeder dritten untersuchten Alp die Voraussetzungen für einen effizienten Einsatz der Hunde gegeben. Die Studie belegte auch, dass sich die Zahl der Wolfsrisse durch die Anschaffung von mehr Hunden oder eine konsequentere Herdenführung stark verringert hatten. Auf den Schweizer Alpen hat sich die Zahl der eingesetzten Herdenschutzhunde in den vergangenen 20 Jahren versiebenfacht. Obwohl die Anzahl Wölfe letztes Jahr um gut die Hälfte auf 140 bis 150 zunahm, blieb die Zahl der vom Großraubtier gerissenen Nutztiere (867) in etwa stabil. Erbeutet wurden zum größten Teil Schafe und Ziegen, zudem auch vier Kälber und 17 Rinder. Auch in Niedersachsen wird heftig über Wolfsmaßnahmen diskutiert. Laut einer vom Land in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ Wien) ist die biologisch erforderliche Mindestanzahl an Wölfen erreicht. Nach Meinung des niedersächsischen Umweltministeriums würde eine kontrollierte Entnahme keine Gefährdung des Bestandes mit sich bringen. Das Bundesumweltministerium (BMU) sieht jedoch keine Grundlage für eine gezielte Bejagung und sucht daher nach anderen vernünftigen Lösungen, um der Weidetierhaltung und dem Schutz der Natur gerecht zu werden.
Schweizerbauer
Agrarheute
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