Nachrichten: Weniger Stickstoffemessionen durch optimierte Fütterung

29.07.2021

Das Projekt RESAFE-Pig unter der Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersucht die Möglichkeiten einer Reduktion der Stickstoffemissionen in der Schweinemast durch eine optimierte Fütterung. Mit dem Fütterungsmodell wollen die Forschenden eine Über- bzw. Unterversorgung der Tiere vermeiden. Denn bislang orientiert sich die Fütterung von Mastschweinen an einem Durchschnittstier. Die Mastschweine haben jedoch unterschiedliche Futterbedürfnisse, die durch eine Optimierung gesteuert werden sollen. Die Forschungsprojekt hat das Ziel, die Schweine entsprechend ihres Typs zu erkennen und individueller als bisher zu füttern. Dabei werden neben der Fütterungssteuerung auch die Proteinreduktion sowie die Optimierung der Rohfaserversorgung untersucht. Der Ansatz birgt ein ungemein großes Potenzial, Nährstoffe einzusparen und gleichzeitig Stickstoffemissionen zu verringern, wie Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung der TiHo, erklärt. Die Ausscheidung des reinen Stickstoffs, der dann in die Gülle und damit in die Umwelt gelangt, soll verringert werden. Dafür soll der tatsächliche Bedarf möglichst tierindividuell ermittelt und die Fütterung der einzelnen Tiere darauf ausgerichtet werden, erklärt Dr. Cornelia Schwennen aus dem Institut für Tierernährung der TiHo. „Ein dickeres Schwein erhält in unserem Projekt deshalb mehr faserhaltiges Futter. Durch diesen höheren Faseranteil in der Ration stellt sich so bei den Tieren schneller ein Sättigungsgefühl ein, wodurch sie automatisch weniger fressen", so Schwennen. „Da die Tiere nicht mehr zu große Mengen an Nährstoffen aufnehmen, gelangen weniger Stickstoffemissionen in die Umwelt. Zusätzlich werden Futterressourcen gespart und die Haltung verbessert“, beschreibt Visscher die Vorteile. Die Untersuchungen zeigen, dass die Emissionen durch den erhöhten Einsatz von Rohfasern in der Fütterungsration um bis zu 40 Prozent reduziert werden können. Für die Bedarfsermittlung der Schweine soll eine 3D-Kameratechnik im Stall eingesetzt werden.
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