Nachrichten: Zusammenhang zwischen Paratuberkulose und Morbus Crohn nicht nachweisbar

19.07.2021

Die Paratuberkulose des Rindes, auch Johnesche Krankheit genannt, ist eine Infektionskrankheit, die besonders bei Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen vorkommt. Übertragen wird die Krankheit durch das Bakterium Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP). Die Paratuberkulose ist gekennzeichnet durch nicht behandelbare Durchfälle, einer damit verbundenen Abmagerung und einem tödlichen Verlauf. Ob der Erreger auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn (MC) beim Menschen steht, ist unklar. Sowohl bei der Paratuberkulose des Rindes als auch bei MC zeigen sich in der Pathologie chronisch entzündliche Veränderung des Dünndarms mit einer typischen „hirnwindungsähnlichen“ Auffaltung, was zum Verdacht auf eine ähnliche Ätiologie geführt hat. Daher hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammen mit dem Max Rubner-Institut (MRI) eine umfangreiche Literaturauswertung durchgeführt. Diese belegt, dass weiterhin keine validen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die einen solchen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen belegen. Die seit 2003 durchgeführten Humanstudien zur Bedeutung von MAP an der Entstehung von MC und einem möglichen kausalen Zusammenhang liefern aufgrund ihrer Heterogenität bei der Auswahl der Methoden und des Studiendesigns keine vergleichbaren Ergebnisse. Die Rolle von MAP als einem ursächlichen Agens für MC wird jedoch weiterhin diskutiert. Es wird empfohlen, den Eintrag in die Lebensmittelkette und in verzehrfertige Lebensmittel so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Im Bereich der Milchkette bedeutet dies beispielsweise eine konsequente Bekämpfung der Johneschen Krankheit, Verbesserungen bei der Melkhygiene und der Einsatz geeigneter Prozesstechnologien zur Keimreduktion.
BfR
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