Nachrichten: Umgang mit Wildtieren ist der Schlüssel im Kampf gegen Zoonosen

18.11.2020

Die aus der Vergangenheit bekannten Zoonosen wie Ebola, Aids und SARS sind zahlreich. Mit Covid-19 sind die Auswirkungen von neuen Zoonosen auf die menschliche Gesundheit sowie auf die Wirtschaft einmal besonders dramatisch in den Fokus gerückt. Da die Mehrzahl der genannten Zoonosen von Wildtieren oder Nutztieren ausgegangen sind, müssen die Regierungen der Länder rasch Maßnahmen ergreifen. So die Einschätzung eines internationalen Forschungsteams, darunter auch Wissenschaftlerinnen der Universität Göttingen. Sie fordern die Regierungen auf, wirksame Rechtsvorschriften zu erlassen, die vor allem den Handel mit Wildtieren regulieren, Lebensräume schützen sowie die Interaktion zwischen Mensch, Wildtieren und Nutztieren einschränken. Nur so könne man sich vor künftigen Pandemien, die noch schwerwiegender als Covid-19 sein könnten, schützen. Denn zwei Hauptfaktoren, die solche Ausbrüche erleichtern, sind der Handel mit Wildtieren und die Fragmentierung des natürlichen Lebensraums. Beide Faktoren sorgen dafür, dass direkter Kontakt zwischen Mensch und Wildtieren ermöglicht wird und häufiger stattfindet. Tiere auf Wildtiermärkten sind oft in einem überfüllten und unhygienischen Umfeld untergebracht, eine perfekte Umgebung für Krankheitserreger, die auf den Menschen überspringen können. Darüber hinaus werden natürliche Lebensräume gerodet, um den Ansprüchen einer wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Das bringt Vieh und Menschen in engeren Kontakt mit den wilden Wirten potenzieller zoonotischer Krankheitserreger. Die Autorinnen und Autoren raten jedoch von einem plötzlichen generellen Verbot von Wildtiermärkten ab, da dies unverhältnismäßig große negative Auswirkungen auf benachteiligte, zugewanderte und ländliche Bevölkerungsgruppen haben wird. Diese sind für ihren Lebensunterhalt auf solche Märkte angewiesen. Bevor Verbote, insbesondere für lebende Tiere und Non-Food-Wildtierprodukte, in Erwägung gezogen werden, sollten andere Maßnahmen in den Fokus rücken. Regierungen könnten mit lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um alternative Existenzmöglichkeiten zu schaffen und zu erhalten.
Universität Göttingen
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