Nachrichten: Immunokastrationsverbot für Öko-Betriebe - Entscheidung stößt auf breites Unverständnis

30.07.2020

Die Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) hat beschlossen, die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch für Öko-Betriebe zu verbieten. Mit ihrer Entscheidung gefährdet die LÖK den für Ende 2020 beschlossenen Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration. Hintergrund des drohenden Verbots ist eine nicht bindende Interpretation der EU- Öko-Verordnung durch die EU-Kommission. Der Öko-Verband Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und der Tierschutzverband PROVIEH sowie die REWE Group fordern nun von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die deutsche EU- Ratspräsidentschaft dazu zu nutzen, sich in Brüssel aktiv für das Tierwohl einzusetzen, das gerade in Öko-Betrieben einen besonders hohen Stellenwert hat. „Es ist völlig schleierhaft, warum die Impfung gegen Ebergeruch nicht vereinbar mit der EU-Öko-Verordnung sein soll. Die EU-Kommission hat für diese Einschätzung bislang keine einzige stichhaltige Begründung geliefert, weder aus wissenschaftlicher noch aus tierschutzfachlicher Sicht. Bei dem verwendeten Impfstoff handelt es sich nicht um ein Hormonpräparat; er unterdrückt auf immunologischem Wege die natürliche Hormonproduktion der männlichen Schweine. Die chirurgische Kastration stellt im Gegensatz dazu einen viel größeren Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere dar und ist zudem mit Leiden und Schmerzen verbunden“, kritisiert Prof. Thomas Blaha, Stv. Vorsitzender der TVT die Entscheidung der LÖK. „Unser Ziel muss die Unversehrtheit der Schweine sein. Daher hat PROVIEH von Anfang an die Ebermast, mit und ohne Impfung gegen Ebergeruch, aktiv unterstützt. Die Immunokastration gewährleistet die Unversehrtheit der männlichen Ferkel und soll nun trotzdem ausgerechnet für den Öko-Landbau verboten werden. Diese Entscheidung ist absurd und gefährlich. Die Öko-Betriebe verlieren ein etabliertes und zukunftsweisendes Verfahren, und im konventionellen Sektor wird dessen Einführung von Beginn an erschwert. Stattdessen wird die chirurgische Kastration unter Narkose mit Millionen von Steuergeldern bezuschusst – ein Verfahren, bei dem die Tiere weiterhin verstümmelt werden“, erklärt Jasmin Zöllmer, PROVIEH e.V., abschließend. Dennoch ist es für TierärztInnen wichtig, bei Ferkeln eine fachgerechte Isofluran-Narkose durchführen zu können, wie sie bei der Ferkelkastration ab 2021 durchgeführt werden muss. Das entsprechende Wissen vermittelt ein gemeinsames Online-Seminar von bpt, ATF und Vetion.de am 18. August 2020 auf der Fortbildungsplattform Myvetlearn.de.
Provieh
TVT
Fortbildung zur Ferkelkastration unter Isofluran-Narkose
Vetion Fokusthema: Saugferkelkastration mittels Schmerzmittel
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