Nachrichten: Tiertransporte durch Russland tierschutzwidrig

11.09.2019

Im August 2019 begutachtete die Landestierschutzbeauftragte Hessens, Dr. Madeleine Martin, die Tiertransportwege durch Russland. Ihr ernüchterndes Ergebnis stellte sie auf der gestrigen Pressekonferenz in Wiesbaden vor: Auf der Tiertransportroute von Smolensk im Westen Russlands bis nach Usbekistan gibt es auf 3000 Kilometern Strecke keine Entlade- und Versorgungseinrichtungen. „Damit ist eine Genehmigung solcher Transporte definitiv nicht möglich, da eine tierschutzgerechte Versorgung der Tiere nicht gewährleistet ist“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz. Der Transport von lebenden Tieren nach Usbekistan und Kasachstan wurde in Hessen bereits im März per Erlass aufgrund tierschutzrechtlicher Verstöße verboten. Einer Aufforderung der Länder, zu überprüfen, wie es um die Entlade- und Versorgungseinrichtungen auf dieser Strecke durch Russland bestellt ist, kam der Bund bisher nicht nach. Aus diesem Grund reiste Martin zusammen mit drei weiteren Amtstierärztinnen aus Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein zur Kontrolle nach Russland. Schwerpunkt waren die Regionen Smolensk und Samara. An der Grenze zu Weißrussland fanden die Kotrolleure lediglich zwei von den russischen Behörden zugelassene Versorgungseinrichtungen. Auf der gesamten restlichen Strecke Richtung Usbekistan wurden Einträge in Fahrtenbüchern gefälscht. Die eingetragenen Stationen existierten nicht, stattdessen stünden dort Heulager, Stadthäuser oder verfallene Stallungen. „Fehlende angemessene Fütterung, Tränkung und keine Möglichkeit, sich von den erheblichen Anstrengungen solch einer Fahrt zu erholen, führen bei Rindern auf derartigen Transporten zwangsläufig zu langanhaltenden, erheblichen Leiden“, so Martin. Als Konsequenz fordert Umweltministerin Hinz die Einrichtung einer bundesweiten Datenbank zu Verladestationen, Grenzkontrollen und Tierschutzverstößen auf Tiertransportrouten. Diese soll den zuständigen Amtsveterinären eine geeignete Entscheidungsgrundlage geben. Die Forderung soll am 26. und 27.9. zur Agrarministerkonferenz gestellt werden. Hinz fordert alle Veterinärbehörden auf, Tiertransporte in Richtung Usbekistan zu verbieten. Anderenfalls würden sie sich mitschuldig machen am Leiden, dass bei den Tieren entsteht.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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