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18.01.2022: Fleischsteuer zur Reduzierung des Konsums dringend erforderlich

Um die Umweltbelastungen durch die Viehzucht zu reduzieren und eine Treibhausgasneutralität zu erreichen, ist nach Ansicht des Umweltökonoms Prof. Dr. Linus Mattauch von der Technischen Hochschule Berlin (TU Berlin) eine Reduktion des Fleischkonsums dringend notwendig. Der Weg hin zu weniger Fleisch sei aber ohne eine Fleischsteuer nicht möglich, so der Wissenschaftler vom Fachgebiet „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“. Zusammen mit weiteren WissenschaftlerInnen hat der Umweltökonom Modellrechnungen für einen wahren Fleischpreis erstellt, der weitaus höher liegt als derzeit. „Es gibt zwar viele andere lohnende Maßnahmen wie etwa Verordnungen für eine umwelteffizientere Viehhaltung oder Subventionen für pflanzliche Ersatzprodukte. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die notwendige
Transformation hin zu weniger Fleisch ohne Preiserhöhungen möglich ist“, erklärte Mattauch in einem Interview. Angelehnt an die externen Kosten aus Klimawandel und Nitratbelastung müsste ein Kilogramm Rindfleisch in den Industrieländern durchschnittlich 35 bis 56 Prozent, Lamm- und Schweinefleisch 19 Prozent und Geflügel 25 Prozent teurer werden, so Mattauch weiter. Genau wie bei der Anfang 2021 in Deutschland eingeführten CO2-Steuer könnten mit den Einnahmen die Landwirte, aber auch einkommensschwache Haushalte finanziell unterstützt werden. Denn die Viehzucht sei für 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, sagt der Berliner Wissenschaftler abschließend. Das Fokusthema "Fleischlos glücklich" von Vetion.de listet zahlreiche Alternativen zum konventionellen Fleischkonsum auf.

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Borchert-Kommission

Sind Sie dafür, dass die Bundesregierung an den von der Borchert-Kommission erarbeiteten Plänen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland festhalten sollte?

Ja, unbedingt, sonst war alles umsonst.
Die Vorschläge sollten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes überprüft werden.
Nein, die Pläne waren von Anfang an Wunschdenken.
Nein, die Pläne liegen weit hinter dem gewünschten Tierwohlgedanken zurück.
Das kann ich nicht beurteilen.