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17.01.2022: Brutgebiet von Millionen Eisfischen entdeckt

Ein Forscherteam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hat im Süden des antarktischen Weddellmeers ein riesiges Brutgebiet entdeckt, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit die räumlich umfangreichste zusammenhängende Fischbrutkolonie der Welt darstellt. Anhand von Kameraaufnahmen in 420 bis 535 Metern Wassertiefe fanden die WissenschaftlerInnen Nester von Eisfischen der Art Neopagetopsis ionah am Meeresboden und errechneten, dass im gesamten Brutgebiet um die 60 Millionen Eisfische leben. „Die Vorstellung, dass ein solch riesiges Brutgebiet von Eisfischen im Weddellmeer bisher unentdeckt war, ist total faszinierend“, sagt Dr. Autun Purser, Tiefseebiologe am Alfred- Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Hauptautor der aktuellen Veröffentlichung. „Ich gratuliere den beteiligten Forscherinnen und Forschern zu ihrem faszinierenden Fund. Die deutsche Meeres- und Polarforschung hat damit nach der MOSAIC-Expedition einmal mehr ihre herausragende Bedeutung unter Beweis gestellt. Die deutschen Forschungsschiffe sind schwimmende
Labore der Umweltforschung. Sie sind in den Polargebieten und auf den Ozeanen fast pausenlos als Plattformen für die Wissenschaft unterwegs, um wichtige Erkenntnisse für den Umwelt- und Klimaschutz zu gewinnen. Durch die Förderung des Bundesforschungsministeriums verfügt die deutsche Meeres- und Polarforschung über eine der modernsten Forschungsflotten weltweit. Der Fund kann einen wichtigen Beitrag für die Umweltschutzaufgaben in der Antarktis leisten. Hierfür wird sich das BMBF auch im Rahmen der UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung, die noch bis 2030 läuft, weiter einsetzen“, erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark- Watzinger nach dem spektakulären Fund. Um noch unbekannte Ökosysteme untersuchen zu können, müssten dringend Meeresschutzgebiete in der Antarktis eingerichtet werden, so die AWI-Direktorin und Tiefseebiologin Prof. Antje Boetius. Bisher wurde diese Forderung von der internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) abgelehnt. Möglicherweise ändert die aktuelle Entdeckung jedoch diese Entscheidung.

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Borchert-Kommission

Sind Sie dafür, dass die Bundesregierung an den von der Borchert-Kommission erarbeiteten Plänen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland festhalten sollte?

Ja, unbedingt, sonst war alles umsonst.
Die Vorschläge sollten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes überprüft werden.
Nein, die Pläne waren von Anfang an Wunschdenken.
Nein, die Pläne liegen weit hinter dem gewünschten Tierwohlgedanken zurück.
Das kann ich nicht beurteilen.