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30.07.2021: Invasive Arten verursachen Schäden in Milliardenhöhe

Durch Tourismus, Klimaerwärmung, Handel und Verkehr kommen immer mehr invasive Tier- und Pflanzenarten nach Deutschland. Diese nicht-heimischen Arten verursachen jährlich Schäden in enormem Ausmaß. Die Wanderratte, das Beifußblättrige Traubenkraut Ambrosia artemisiifolia, das Wildkaninchen sowie der Asiatische Eschenprachtkäfer und die Plattwurmart Gyrodactylus salaris gehören zu den Arten, die als Bioinvasoren die größten Kosten in Europa verursachen. WissenschaftlerInnen des Senckenberg Instituts haben zusammen mit weiteren internationalen ForscherInnen erstmalig die Kosten und Schäden, die während der vergangenen 60 Jahre durch invasive Arten in Deutschland und Europa entstanden sind, berechnet. Die Gesamtkosten beliefen sich zwischen 1960 und 2020 auf 116,61 Milliarden Euro. „Allein die Wanderratte hat im europäischen Raum innerhalb von 60 Jahren Kosten von etwa 5,5 Milliarden Euro verschuldet“, erläutert Dr. Phillip J. Haubrock von der Außenstelle Gelnhausen am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Schäden in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro sind allein in Deutschland durch die nicht-heimischen Arten entstanden. „Deutschland betreibt in seiner zentralen Lage
beispielsweise einen intensiven Warenverkehr mit anderen Staaten, der sicherlich einer der Hauptursachen für die Verbreitung und Einführung gebietsfremder Arten ist“, so Haubrock weiter. Die ExpertInnen vermuten, dass die wirklichen Kosten um ein Vielfaches höher liegen, da viele invasive Arten, wie beispielsweise der Amerikanische Waschbär, nicht in den Analysen enthalten sind. „Nicht alle invasiven Arten verursachen wirtschaftliche Schäden, aber die entstehenden Kosten werden vermutlich extrem unterschätzt und liegen wohl um ein Vielfaches höher. Die Invasionsraten steigen weiter und wir müssen davon ausgehen, dass auch die wirtschaftlichen Kosten diesem Trend folgen. Um die wachsenden wirtschaftlichen und ökologischen Probleme invasiver Arten auf regionaler oder Länderebene anzugehen, müssen Erhebung, Berichterstattung und Bewertung der Schäden erheblich verbessert werden. Managementbudgets und Gegenmaßnahmen werden oft auf Regierungsebene festgelegt, und so ist die Quantifizierung der Kosten auf nationaler Ebene der entscheidende erste Schritt. Doch in unserer globalisierten und zunehmend vernetzten Welt wird die Verhinderung und Eindämmung von Schäden nur im internationalen Gleichschritt gelingen“, schließt der Gelnhausener Biologe.

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Halte ich wegen eines drohenden Therapienotstandes für sehr problematisch und für Tierschutz relevant.
Wahnsinn, dass die Empfehlungen der gestandenen wissenschaftlichen Einrichtungen von Laien angezweifelt werden.
Ich befürworte die neu vorgeschlagene Liste als reine Humanantibiotika, nus so kann Missbrauch in der Tierhaltung vermeiden werden.
Es ist der einzige Weg, den zunehmenden Resistenzen entgegenzuwirken.
Mir ist das egal