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22.07.2021: Neue Ansätze zu Virusnachweisen in Wildtieren

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigt die dringende Notwendigkeit auf, die Reservoire von Viren, die in der Wildnis zirkulieren, zu finden und engmaschig zu überwachen, um weitere Pandemien zu vermeiden. Doch viele Gebiete, in denen Wildtieren leben, sind schwer zugänglich. Auch ist es ein umständliches Unterfangen, die Tiere aufzuspüren und zu fangen. Neue Ansätze des Virennachweises hat nun ein Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gefunden. Die WissenschaftlerInnen untersuchten Proben aus afrikanischen und mongolischen Wasserlöchern sowie Blutproben von Blutegeln mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung, um bekannte und bisher unbekannte Viren zu identifizieren. „Bei vielen der tödlichsten Viren wie Ebola ist ihr genauer Ursprung noch immer unbekannt“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten. „Die aktuelle Pandemie zeigt, dass wir noch sehr wenig über die virale Vielfalt in der Natur wissen. Neue Methoden könnten uns helfen, bisher unbekannte Viren und ihre potenziellen Wirte zu identifizieren, ohne die üblichen logistischen und ethischen Probleme, die mit der direkten Entnahme von Wildtierproben verbunden sind.“ Bei ihren Analysen fanden die Forschenden unter anderem ein bisher unbekanntes Coronavirus, das wahrscheinlich mit südostasiatischen Hirschen assoziiert ist, sowie
mehrere bekannte und neuartige Viren in den Blutegeln aus Südostasien. Die WissenschaftlerInnen konnten zudem belegen, dass die Viren, die in afrikanischen Wasserlöchern gefunden wurden, auch im Wasser noch immer infektiös sind. Die neuen Ansätze des IZW könnten somit wirksame Methoden des Virennachweises sein, da die betreffenden Säugetiere dafür nicht erst aufgespürt und gefangen werden müssten. Beide Ansätze erwiesen sich als geeignete Werkzeuge für die Forschung zur Pandemieprävention, da sie das Auffinden und Überwachen von Reservoiren für Wildtierviren ermöglichen. „In den Blutegelproben identifizierten wir Säugetierviren aus fünf verschiedenen Virusfamilien und über 50% der Proben enthielten nachweisbare Säugetierviren. Einige davon, wie ein Circovirus oder ein Annellovirus, konnten dem Bartschwein und dem Malaienbär zugeordnet werden, ihren Säugetierwirten, die auch in den Blutegelproben nachgewiesen wurden. Am interessantesten war die Entdeckung eines neuartigen Coronavirus, da dies zeigte, dass wir mit unserer Methode in der Lage sind, bisher unbekannte virale Erreger zu entdecken, die in Wildtieren zirkulieren“, erklärte Dr. Niccolò Alfano. Dies kann helfen, potenziell infektiöse Viren in einem frühen Stadium zu identifizieren und somit ein entscheidender Beitrag dafür leisten, zukünftige Epidemien zu verhindern.

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Halte ich wegen eines drohenden Therapienotstandes für sehr problematisch und für Tierschutz relevant.
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Ich befürworte die neu vorgeschlagene Liste als reine Humanantibiotika, nus so kann Missbrauch in der Tierhaltung vermeiden werden.
Es ist der einzige Weg, den zunehmenden Resistenzen entgegenzuwirken.
Mir ist das egal