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18.06.2021: Vielfalt der Brutvogelarten nimmt in Städten immer mehr ab

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft (OAG) Bonn am Museum Koenig sowie Forschende der Universität Bonn haben in einer aktuellen Studie die Vogelpopulation im Bonner Stadtteil Dottendorf untersucht. Dabei haben sie die Zahl der Brutvogelpaare im Jahr 1969 mit der in 2019 verglichen. Das Ergebnis ist erschreckend. Innerhalb der letzten 50 Jahre sind viele Vogelarten deutlich seltener geworden bzw. lokal ausgestorben. Kamen 1969 noch 57 Brutvogelarten in Dottendorf vor, waren es 2019 nur noch 39. Insgesamt verschwanden 22 Arten, aber nur vier neue kamen hinzu. Neben Nachtigall und Wendehals, die schon im Jahr 1969 nur vereinzelt beobachtet wurden, nahm auch die Zahl von Gebäudebrütern wie Mauersegler oder Mehlschwalbe ab bzw. wurden gar nicht mehr gesichtet. Die Zahl der Waldarten wie Ringeltaube, Mönchsgrasmücke oder Singdrossel ist jedoch ungewöhnlich angestiegen, was vermutlich an den sich verändernden Gärten in dem Stadtteil liegt. „Lokale Besonderheiten gehen verloren und mit ihnen die spezialisierten Arten”, sagt
Privatdozent Dr. Stefan Abrahamczyk vom Nees-Institut der Universität Bonn, der schon seit Jahren an botanischen und ornithologischen Themen wie etwa der Vogelbestäubung forscht. Aufgrund des Klimawandels neu aufgetretenen Vogelkrankheiten sowie der Veränderung der Siedlungen überlebt vielfach nur eine geringe Zahl anpassungsfähiger Arten, diese aber in hoher Dichte. „Man spricht in diesem Zusammenhang von biologischer Homogenisierung”, erklärt Darius Stiels, Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) Bonn am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig. „Zu unserem großen Erstaunen konnten wir, trotz des massiven Verlustes der Artenvielfalt, weder einen Rückgang der Zahl der Brutpaare noch eine Abnahme der Biomasse feststellen“, sagt Stiels weiter. Seltenere Arten wurden offenbar durch Vertreter häufigerer Arten zahlenmäßig kompensiert. Obwohl die Studie auf Dottendorf begrenzt war, dürften ähnliche Veränderungen an vielen Orten zu beobachten sein, sind die Wissenschaftler überzeugt.

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