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11.10.2021: Angeborene Faltohren bei Katzen sind Qualzuchtmerkmal

Die Katzenrasse Scottish Fold gehört zu den sogenannten Qualzuchten. Die angezüchteten, untypisch gefalteten Ohren der Katze bereiten den Tieren erhebliche Schmerzen. Hinzu kommen tränende Augen, Entzündungen der Ohren und Bindehaut sowie Zahnfehlstellungen, weshalb die Züchtung und die Kreuzung mit anderen Rassen in Deutschland verboten ist. „Die Katzen sehen auf den ersten Blick niedlich aus, weil die kleinen, nach vorne gerichteten Faltohren das Gesicht und die Kulleraugen größer erscheinen lassen. Ursache für die geknickten Ohren ist eine vererbte Störung in der Knorpelentwicklung, die sich auf die Gelenkknorpel und das Knochenwachstum des gesamten Katzenkörpers auswirkt. Die Folge sind extrem schmerzhafte Deformationen des Skelettsystems. Dies alles ist nach außen hin natürlich nicht erkennbar“, so Dr. Felicitas Allmann, Leiterin des Veterinäramtes Augsburg. „Wegen der massiven Knochenveränderungen sind Scottish Fold Katzen früher oder später nicht mehr in der Lage, sich schmerzfrei zu bewegen",
so Allmann. Den behandelnden Tierärzten bleibt oftmals nur noch, den TierhalterInnen zu empfehlen, das Leiden der Tiere zu beenden und sie einschläfern zu lassen. Trotz des Zuchtsverbots beobachtet das Amt jedoch immer wieder Verstöße gegen das Qualzuchtverbot. Vorwiegend im Internet werden nicht selten Scottish Fold Katzen sowie Kreuzungen daraus zum Kauf angeboten. Das Veterinäramt Augsburg verfolgt diese Verstöße mit Nachdruck. Daher wird eindringlich an alle potenziellen KatzenkäuferInnen appelliert, keine Katzen mit Faltohren zu kaufen. Das Thema Qualzucht steht auch beim diesjährigen DVG Congress im Fokus, der vom 18.- 20. November 2021 im Berliner Hotel Estrel als Hybridveranstaltung stattfindet. TierärztInnen können sich außerdem noch bis zum 17. November 2021 zum Thema „Qualzucht: Aufgaben und Pflichten für Tierärzt/innen“ online auf Myvetlearn.de fortbilden. Die zwei Online- Seminare richten sich sowohl an AmtstierärztInnen als auch praktizierende TierärztInnen.

IBR in Tirol 01.12.2021

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